Melinda Jacklin 

 

Melinda Jacklin ist in Kamienna Góra in Polen am 10. März 1979 im Urlaub zur Welt gekommen.  Seit ihrer Geburt ist sie Spastikerin und sitzt im Rollstuhl. Sie braucht sie Untersrtützung in ihrem Leben.

 Sie schreibt leidenschafttlich gern. Sie kann durch das  Schreiben leichter ihre Behinderung  verstehen! Seit ihrer Jugend schreibt sie:

vierzeilige Gedichte

Kurzgeschichten 

Geschichten über Behinderungen aus Sicht von den behinderten Leuten

Melinda Jacklin  

 

Eine  Begegnung mit Folgen ... 

 
 

Ich widme diese Geschichten einer  Schwester

 

Zwei Schwestern und eine Behinderung

Ihre Ankunft

 

Erste weiße, dicke Schneeflocken fielen auf die Straßen nieder. Ein junger Mann führte seine fünf-jährige Tochter vom Kindergarten nach Hause. Das kleine Mädchen saß in ihrem Kinderwagen. Sie war behindert, sie war Spastikerin. Sie quietschte laut auf und daraufhin erhöhte ihr Vater erhöhte sein Tempo.

Als sie zu Hause ankamen, fiel ihr Blick sofort auf das große Gitterbettchen aus massivem Holz, das in der Ecke stand. Sie ging mit Hilfe von ihrem Vater zum Gitterbettchen und lächelte.

„Hallo, Schwesterchen“, flüsterte das Mädchen. Im Gitterbettchen lag ein zierliches kleines Geschöpf mit wunderschönen blauen Augen. Das Mädchen sah zu ihrer Mutter hinüber, die erschöpft auf der Couch in eine blaue Decke gekuschelt war. „Danke, dass du dein Versprechen gehalten hast.“ Die junge Frau stand schwer von der Couch auf und ging auch zum Gitterbettchen zu ihrer Tochter hin.  Sie umarmte sie kurz. Das Mädchen glitt zärtlich und sehr vorsichtig über ihren winzigen Finger. Das Mädchen war so vorsichtig, als wäre  das Geschöpf aus Porzellan. Das Mädchen hatte Angst, sie könne zerbrechen.

Die Beine des Mädchens wurden schwach. Sie musste sich setzen. Die junge Frau, ihre Mutter, nahm das kleine Geschöpf in die Arme und nahm neben ihrer Tochter Platz.

Die junge Frau, ihre Mutter legte dem Mädchen das kleine Geschöpf, ihre Schwester auf ihren Schoss. Sie lächelten sich einander zu.

 

Zwei Schwestern und eine Behinderung

Essen

 

 

 

Ein paar Monate später:

Das Mädchen saß in ihrem weißen Plastiksitz mit Tischchen. Ihr kleines Schwesterchen saß frei auf der Couch.

„Essen!“, rief die junge Mutter, den beiden Mädchen zu.

Die junge Mutter setzte sich zwischen den beiden Mädchen hin. Die junge Mutter gab dem kleinen Schwesterchen einen Löffel und hing ihm ein Lätzchen um seinen Hals. Das Mädchen bekam auch ein Lätzchen um ihren Hals umgehängt. Das Mädchen bekam auch ihren weißen Plastiklöffel in die Hand. Die junge Mutter half dem Mädchen beim Essen.

Ihr kleines Schwesterchen musste selber essen lernen. Die junge Mutter sah dem Schwesterchen beim Essen zu. Die junge Mutter half dem Mädchen, weil das Mädchen zu langsam war.

Das Mädchen war ein bisschen neidisch auf ihr Schwesterchen, weil ihr Schwesterchen alleine Essen konnte. Das Mädchen war traurig zugleich, weil ihr Schwesterchen alleine Essen musste.

Entschuldige, eigentlich soll das umgekehrt sein. Die große Schwester wird von Mama gefüttert. Nicht ihr kleines Schwesterchen. Ich entschuldige mich, dass meine Behinderung so viel Zeit in Anspruch nimmt. 

 

 

Zwei Schwestern und eine Behinderung

Ein Tag im Park

 

 

 

 

Ein schöner Frühlingstag.

Schwesterchen war schon größer und älter. Schwesterchen und das Mädchen jammerten zusammen:

„Mama, wir wollen raus!“

Die junge Mutter gab nach.

Die junge Mutter zog zuerst dem Mädchen ihre Jacke an, setzte das Mädchen in ihren braunen Kinderwagen. Die junge Mutter zog dann dem Schwesterchen ihre Jacke an und ging mit einem Kind im Kinderwagen und dem zweiten Kind welches sich am Kinderwagen des Mädchens anhielt aus dem Haus. Das Schwesterchen musste gehen und das ältere Mädchen saß im Kinderwagen.

Das Mädchen fragte ihr Schwesterchen: „Soll ich dich ein bisschen mitnehmen?“

Das Schwesterchen nickte mit leuchtenden Augen. Die junge Mutter machte kurz Halt, um das Schwesterchen dem Mädchen auf den Schoss zu setzen, „halte sie gut fest“ sagte die junge Mutter zu dem Mädchen.

Eine Weile fuhr das Schwesterchen mit dem Mädchen mit. Das Schwesterchen lachte laut und fröhlich. Nach einer Weile wurde es der jungen Mutter leider zu schwer, zwei Kinder zu schieben ist keine leichte Aufgabe. Nach einer halben Stunde erreichte die Familie einen kleinen Park mit einem Kinderspielplatz. Das Schwesterchen sah die Rutsche und rann zielsicher auf sie zu. Die junge Mutter war immer bei dem Schwesterchen. Das Mädchen war immer bei dem Schwesterchen. Die junge Mutter half dem Schwesterchen auf die Rutsche. Das Schwesterchen winkte dem Mädchen fröhlich zu. Schau mal wo ich bin!

Siehst du mich?

Ja, ich seh´ dich! Ich würde gern´ mit dir rutschen, aber leider kann ich das nicht, meine Behinderung lässt es nicht zu.